Eigentlich braucht man nicht immer ein spezielles Kinderprogramm in Budapest. Oft reicht es, einfach so in die Stadt zu gehen, nach Lust und Laune herumzustreifen und sich von Spielplatz zu Spielplatz zu hangeln. Unser Lieblingsspielplatz in der Innenstadt, von dem wir oft unsere Touren starten, ist am Hild tér. Wir steigen also einfach am Deák Ferenc tér aus (da, wo sich die drei Metros kreuzen), frühstücken irgendwo und vertreiben uns etwa eine halbe Stunde die Zeit auf diesem Spielplatz. Auch dieser Spielplatz ist eingezäunt, was den Spielspaß für die Eltern enorm steigert. So muss man nicht ständig das Kind im Auge behalten.

Zwerg auf dem Spielplatz am Hild tér

Und dann geht es ab zur Király utca – Königstraße. Eine sehr schöne, pittoreske Straße voll mit kleinen Läden, Boutiquen, schicken Cafés und Galerien. Hier kann man toll einkaufen und sich mit Inspiration vollsaugen. Auf Höhe der Hausnummer 13 gehts rechts rein in “Gozsdu Udvar” – in die Gozsdu Höfe.

A Gozsdu Udvarban

Hier reiht sich Café an Bar und Restaurant. Abends ist hier die Hölle los. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass man bei “Sörcsata” mit seinem Tisch gegen andere Tische ein gepflegtes Bierwettsaufen veranstalten und damit also andere Tische unter den Tisch trinken kann. Im One More Café treffen sich die Apple-Fans. Dort habe ich das erste und bisher einzige Foursquare-Special in Budapest entdeckt und eingelöst: Ein Glas Alma szörp! Mineralwasser mit Apfelsirup. Juhu! Und spätestens im One More Café ist mir auch klar geworden, was in Budapest zur Zeit ganz groß in Mode ist: Kreidezeichnungen.

Kreidezeichnungen des One More Café

Diese Kreidezeichnungen begleiten uns auf Schritt und Tritt:

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Wenn man aus den Gozsdu-Höfen rauskommt und nach rechts läuft, stößt man nach kurzer Zeit auf ein interessantes Gebäude. Ich habe es “Monolith” getauft.

Der Monolith in der Innenstadt von Budapest

Dieses Gebäude gehört, ich glaube, zu den Elektrizitätswerken und ist einfach wieder ein anschauliches Beispiel für das faszinierende Nebeneinander der tausend Baustile in Budapest. Denn wenn man sich direkt vor diesem Quader nach links umschaut, sieht es dort so aus:

Innenstadt Budapest

Und wenn man nach rechts schaut, erblickt man den Hinterhof der Budapester Synagoge – Europas größte Synagoge. Und darin den “Baum des Lebens”, ein Mahnmal für all die in Budapest und Ungarn getöteten Juden, über 400.000 Menschen. Man sieht schon von weitem, dass das ein besonderes Werk ist und wenn man an der Synagoge entlangläuft und den jüdischen Friedhof sieht, mit all den Grabsteinen die auf 1944 und 1945 datiert sind, verschlägt es einem die Sprache. In solchen Momenten wird einem wieder klar, dass der Zweite Weltkrieg noch gar nicht so lange her ist. Meine eigenen Eltern wurden mitten in diesem Krieg geboren.

Die Synagoge in Budapest

Die Synagoge ist ein wunderschönes Gebäude und eines Tages, wenn die Kinder größer sind, werden wir sie uns auch von innen anschauen. Wenn man vom Hinterhof der Synagoge, die in einer ruhigen Seitenstraße gelegen ist, in Richtung Vorderseite kommt, tobt hier wieder das Leben. Man wird wieder herausgerissen aus seinen Gedanken und ist plötzlich wieder im Budapest, in dem die Autos und Straßenbahnen lärmen und Menschen mit und ohne Kippa über den Platz wuseln.

Alle 11 Tage in Budapest:

Tag 0: Am Flughafen ankommen
Tag 1: Shoppen, Wochenticket, Westend und vergessene Badeanzüge
Tag 2: Aquaworld und Einkaufen
Tag 3: Einkaufen im Markt
Tag 4: Tropicarum und Szimpla Kert
Tag 5: Eleven Park
Tag 6: Spielplatzhopping und die Tücken des Spazierengehens
Tag 7: Király utca, Gozsdu udvar und die Budapester Synagoge
Tag 8: Göd und Einkaufen in Ungarn
Tag 9: Pfannkuchenfrühstück, Feneketlen tó und Patchwork-ÖPNV
Tag 10: Markthalle, Váci utca und Deák Ferenc tér
Tag 11: Zum Flughafen und bye bye Budapest