Budapest mit Kindern: Tag 1 – Shoppen: Wochenticket, Westend und vergessene Badeanzüge

Normalerweise kann man bei fast jeder Haltestelle an irgendeinem Kiosk ein ÖPNV-Ticket kaufen. Dumm nur, dass unser Kiosk bei dem wir unser Einserticket in die Innenstadt gekauft haben, keine Tickets mehr verkauft. Und irgendwie auch seltsam, dass unsere Haltestelle seit unserem letzten Budapesturlaub anders heißt. Man sieht: Veränderung liegt in der Luft!

Zum Glück kann man in den Bussen noch Tickets kaufen. Die Busfahrer beschweren sich zwar schon seit Jahren darüber, aber jeder Versuch, Mini-Fartenautomaten für Einzeltickets entweder an den Haltestellen oder, soweit ich mich erinnere, auch in den Bussen aufzustellen, war zum Scheitern verurteilt. Zwei Sekunden nicht hingeschaut und die Automaten waren plötzlich kaputt, beschmiert oder geklaut. Also steigen wir in den erstbesten Bus ein, kaufen ein Ticket beim Busfahrer und fahren zu irgendeiner Haltestelle, die danach aussieht, als ob dort ein BKV-Verkaufsstand sein könnte. Gelandet sind wir dann am Kelenföldi Bahnhof.

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Schnell ein Wochenticket gekauft (kostet ca. 16 Euro und man wird so oft kontrolliert, dass man schon sehr schnell das Gefühl bekommt, dass sich dieses Ticket gelohnt hat) und mit nur 2 mal umsteigen ab ins Westend. Das Westend ist ein Einkaufszentrum das zeitweise das größte Europas war. Bis eben größere gebaut wurden. Natürlich auch in Budapest.

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Im Westend gibt es gleich beim Haupteingang einen Wasserfall. Das sorgt im Winter beim Betreten des Einkaufszentrums für interessante Effekte auf den Brillengläsern. Kinder lieben dieses manchmal stinkende Ungetüm, auch wenn es für erwachsene Augen schon längst in die Jahre gekommen ist. Negative Gedanken jeder Art werden aber sofort durch den Overkill an Shoppinggelegenheiten vertrieben. Man weiß gar nicht, wie und wo man zuerst hingehen soll. Also fährt man erst mal mit der Rolltreppe, die so einladend vor sich hin werkelt, nach oben und landet direkt im H&M. Ähm ja. Also wieder runter. Und weiter. Das Westend hat drei Stockwerke, ist sehr verwinkelt und hat, damit man sich nicht verläuft, “Straßennamen”. Am Anfang habe ich ja noch gedacht, wie bescheuert ist das denn? Straßennamen für ein Einkaufszentrum!? Ähm ja. Sagen wir nur so viel: Sie haben ihren Sinn. Das Westend erhält ein Fleißsternchen für Familienfreundlichkeit: Für stillende Mütter gibt es im Westend extra zwei Stillzimmer mit Waschbecken und Schaukelstühlen (und Gästebuch! Man wird freundlich dazu genötigt, darin zu unterschreiben. Durchblättern lohnt sich, wenn man ungarisch kann). Von ganz oben geht ein Eingang zu einem kleinen Park auf dem Gebäudedach raus. Vom mittleren Stockwerk gelangt man zu einem Spielplatz. Man muss diesen Ausgang nur finden :-o

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Dieser Spielplatz ist ein echter Geheimtipp. Selbst wenn sich im Westend die Leute durch die Gänge wälzen, ist dieser Spielplatz recht dünn besiedelt. Wir haben ihn auch erst kürzlich entdeckt. Dabei war ich schon so oft im Westend, dass ich die Straßennamen nicht mehr zur Orientierung brauche. Dieser Spielplatz eignet sich theoretisch auch hervorragend zur Arbeitsteilung: Sie geht shoppen während er auf die Kinder aufpasst. In der Praxis muss sich dieser Ansatz allerdings erst noch bewähren (denn er muss auch wollen ;-)

Im Westend gibt es, neben all den Marken die wir aus unseren Innenstädten kennen, auch viel neues: Bershka und Stradivarius (Teeniemädelsklamotten), Intimissimi und Calzedonia (Unterwäsche), Tisza (ungarische Kultschuhe), GAP undundund. Eines haben wir leider nicht geschafft: Badeklamotten für 3/4 der Familie zu kaufen. Denn am Sonntag steht ein Badeausflug an! Aber macht ja nichts, der Tesco hat ja rund um die Uhr offen. Da es dort ja alles gibt, gibts bestimmt auch Badeanzüge. Und wenn nicht, haben wir endlich was gefunden, was es beim Tesco nicht gibt. Aber das gibts ja gar nicht.

Alle 11 Tage in Budapest:

Tag 0: Am Flughafen ankommen
Tag 1: Shoppen, Wochenticket, Westend und vergessene Badeanzüge
Tag 2: Aquaworld und Einkaufen
Tag 3: Einkaufen im Markt
Tag 4: Tropicarum und Szimpla Kert
Tag 5: Eleven Park
Tag 6: Spielplatzhopping und die Tücken des Spazierengehens
Tag 7: Király utca, Gozsdu udvar und die Budapester Synagoge
Tag 8: Göd und Einkaufen in Ungarn
Tag 9: Pfannkuchenfrühstück, Feneketlen tó und Patchwork-ÖPNV
Tag 10: Markthalle, Váci utca und Deák Ferenc tér
Tag 11: Zum Flughafen und bye bye Budapest

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