Budapest mit Kindern: Tag 0 – am Flughafen ankommen

Es gibt viele Möglichkeiten, nach Budapest zu kommen. Nach Erfahrungen mit Zug, Auto und Bus kann ich sagen, dass mit Kindern das Flugzeug das einzig wahre Transportmittel in die Hauptstadt Ungarns ist. Wir fliegen immer mit Germanwings – nicht aus Prinzip, sondern aus Zufall. Germanwings fliegt 1 bis 2 mal täglich nach Budapest. Da es eher uncool ist, Kinder frühmorgens an den Flughafen zu schleppen und die Flüge am Wochenende oft sehr teuer sind, nehmen wir also immer den Frühabendsflieger unter der Woche (Abflug: 17:55 Uhr). Da fliegen dann auch eher die Urlauber und nicht die Geschäftsleute. Und wer in Urlaub fliegt oder gerade aus dem Urlaub kommt, ist von Babygeschrei auch nicht gleich genervt.

Ankommen

Der Budapester Flughafen ist überraschend klein für einen Hauptstadtflughafen. Kinder können dort praktischerweise kaum verlorengehen. Dafür ist der Flughafen sehr ungünstig gelegen und schlecht angebunden: Um mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadtmitte zu kommen, darf man, je nach Lust und Laune 2 bis x mal umsteigen. Busfahren ist mit Kinderwagen sowieso uncool (barrierefrei, anyone?). Die meisten Leute nehmen am Flughafen ein Taxi oder, was sich für größere Gruppen mit mehr und sperrigem Gepäck (z.B. Buggy oder Kinderwagen) anbietet, ein Shuttle. Dafür muss man nur den Markierungen am Boden folgen und schon landet man am Infotresen für den Shuttle- oder Taxiservice und kann seine Fahrt buchen. Das Shuttle kostet für 2 Erwachsene und 2 Kinder ins 11. Kerület ca. 20 Euro. Man sollte ca. 1 bis 20 Minuten Wartezeit am Flughafen einplanen. Mit dem Taxi ist es ein bisschen teurer aber weniger spaßig. Denn der Vorteil vom Shuttle ist: Da meist mehrere Leute mitfahren, wird man durch halb Budapest gefahren und ist trotzdem ruckzuck am Wunschort – die erste Sightseeing-Tour ist also schon inklusive.

Pro-Tipp 1: Vorsicht beim Taxifahren! Budapest ist berühmtberüchtigt für seine Taximafia. Nicht umsonst wird man am Flughafen auf Schritt und Tritt vor den “Taxi Cowboys” gewarnt. Immer, und zwar wirklich IMMER, vorher fragen, wie viel die Fahrt ca. kostet, das Taximeter immer schön im Auge behalten und falls doch was schiefgeht, einfach die Polizei anrufen (oder damit drohen). Wirkt Wunder *hust*

Pro-Tipp 2: Wenn die Unterkunft nicht in der Innenstadt ist, dann gleich am Flughafen an einem der BKV-Automaten ein ÖPNV-Ticket für den nächsten Tag lösen. Der Automat steht direkt am Ausgang rechts ein paar Schritte in Richtung der Shuttles. Eine einfache Fahrt reicht (kostet ca. einen Euro). Denn: Nicht an jeder Haltestelle gibt es die Möglichkeit, ein Wochenticket zu kaufen. Und in Budapest ist Fahrkartenkontrolle ein Volkssport. So ungefähr bei jeder Metrostation darf man sein Ticket vorzeigen und in den Metros, Trams und Straßenbahnen wird auch sehr häufig kontrolliert. Wir haben schon häufig erlebt, wie Touristen bei Kontrollen rausgefischt wurden, weil es an der Haltestelle in der sie einstiegen, angeblich keine Möglichkeit gab, ein Ticket zu kaufen. Da hilft dann auch keine Ausrede und kein “no speak Magyar”. Schwarzfahren ist teuer (16.000 HUF = ca. 50 €)!

Nach dem Ankommen schlägt oft der Hunger zu. Wir haben uns extra dafür ein Familienritual zugelegt: Schon in Deutschland bestellen wir uns eine Riesenpizza für den Abend der Ankunft auf 21:30 Uhr. Kostet bei DonPepe knapp 11 Euro. Mit extra Knoblauch und Zwiebeln, damit wir uns auch so richtig auf Ungarn einstimmen. Wir bestellen uns so eine große Pizza, damit wir auch noch was fürs Frühstück übrig haben. Denn der Kühlschrank ist ja noch leer – aber dank Tesco nicht mehr lange!

Pizza

Tesco ist eine Supermarktkette, die sich nicht umsonst “Hipermarket” nennt. Die Läden sind groß und haben rund um die Uhr offen – eine Offenbarung (haha!) für Deutsche. Aber das ist ja noch nicht mal das Beste: Tesco hat einen einfachen und günstigen Lieferservice: Man bestellt im Internet zu Ladenpreisen und zahlt pauschal ca. 3 Euro für die Lieferung an die Haustür. Der Typ der uns immer beliefert, weigert sich sogar, Trinkgeld zu nehmen. Es ist ein unfassbar einfaches und praktisches System und man fragt sich als Deutscher, warum es sowas bei uns nicht flächendeckend und so günstig gibt. Wir bestellen über Tesco immer das schwere und unhandliche Zeug wie z.B. Wasser, Säfte, Joghurts, Windeln, Klopapier etc.

So! Eltern und Kinder sind angekommen, satt und haben einen vollen Kühlschrank. Morgen kanns losgehen!

Alle 11 Tage in Budapest:

Tag 0: Am Flughafen ankommen
Tag 1: Shoppen, Wochenticket, Westend und vergessene Badeanzüge
Tag 2: Aquaworld und Einkaufen
Tag 3: Einkaufen im Markt
Tag 4: Tropicarum und Szimpla Kert
Tag 5: Eleven Park
Tag 6: Spielplatzhopping und die Tücken des Spazierengehens
Tag 7: Király utca, Gozsdu udvar und die Budapester Synagoge
Tag 8: Göd und Einkaufen in Ungarn
Tag 9: Pfannkuchenfrühstück, Feneketlen tó und Patchwork-ÖPNV
Tag 10: Markthalle, Váci utca und Deák Ferenc tér
Tag 11: Zum Flughafen und bye bye Budapest

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