Ein Urlaub in Budapest ohne Pfannkuchen geht zwar, ist aber nur halb so lecker. An Tag 9 starten wir also mit einem Frühstück bei Nagyi Palacsintázója. Normalerweise mampfen wir immer am Batthyány tér (Straßenbahn 49 bzw. Metro 2) aber diesmal haben wir das Frühstück ins Westend Einkaufszentrum verlagert.

Nagyi Palacsintázója - Vorher

Insgesamt 5 Pfannkuchen haben den Weg in unsere Mägen und Herzen gefunden.

Pro-Tipp: Für den Genießer empfehlen sich 2 Pfannkuchen. Für den Hungrigen 4 bis x Stück. Kosten jeweils, je nach Inhalt, ca. 250 HUF, also unter einem Euro. Unbedingt die “gesztenyés palacsinta” probieren, das ist mit Kastanien/Maronen. Die mit Marzipan-Füllung hat auch gemundet. Und alles mit Mohn ist auch sehr zu empfehlen. Nur echt mit Puderzucker, Schokostreuseln und Kirschen!

Nagyi Palacsintázója - Nachher

Dann, wie es der Zufall so will, landen wir irgendwie immer am Deák Ferenc tér. Das ist die Haltestelle, bei der sich die drei Metros treffen. Hier wuseln die Menschen durch die unterirdischen Gänge und die Rolltreppen schaufeln jeden Tag Zehntausende Menschen rein und raus aus der Haltestelle.

Pro-Tipp: Am Deák Ferenc tér immer schön auf die Wertsachen achten. Bei dem Gedränge lauern gerne Taschendiebe auf Touristen. Und Vorsicht beim Metrofahren: Auf gar keinen Fall nahe der Türen mit dem Smartphone herumspielen. Kurz bevor die Wagentüren schließen, reißen Diebe den Fahrgästen die Handys aus den Händen und flitzen gerade noch so aus dem Wagen. Und weg ist das Handy.

Deák Ferenc tér

Budapest ist eine einzige Umsteige-Orgie. Die Metros sind sozusagen die Hauptschlagadern der Stadt. Dann gibt es noch Trams, Straßenbahnen und eine Zahnradbahn. Und unzählige Varianten von Bussen: kleine Busse, große Gelenkbusse, moderne mit elektronischen Anzeigetafeln (wir mussten trotzdem rätseln, was die nächste Haltestelle ist), schrottreife Metallhaufen (die im Winter an den Endhaltestellen den Motor nicht abstellen dürfen weil sonst der Motor versagen könnte), Trolley-Busse usw. In Budapest gibt es eine unglaubliche Variation an verschiedensten ÖPNV-Transportmitteln die durch die Straßen wuseln.

ÖPNV in Budapest

Selbst die Metro ist ein kunterbunt zusammengewürfelter Haufen: Die Linie 1 war nach London die zwei Metro weltweit. Die Wägen sind zwar nicht mehr die Original-Wägen von damals, aber zumindest gefühlt sehr, sehr nah dran. Alles ruckelt und schaukelt, es ist laut und eng – aber was für ein Erlebnis! Die Haltestellen sind übrigens wunderschön! Man kann gar nicht glauben, dass diese Linie Ende des 19. Jahrhunderts in nur zwei Jahren gebaut wurde und fragt sich: Warum braucht man heute für eine halb so lange Strecke doppelt so lang? Die M2 ist das reinste Kontrastprogramm: modern, sauber und bequem. Die 3er-Metro dagegen ist irgendwo zwischen den beiden anderen Metros angesiedelt: Gebaut in den 70ern (6 Jahre für 6 Haltestellen!) sieht sie, nun ja, kommunistisch aus. Ab und zu bleiben die Wagen der 3er-Metro angeblich auch stehen und man munkelt, sie sei auch schon ein paar mal ausgebrannt. Menschen wurden nicht verletzt, man muss sich also keine Sorgen machen, ein Ausflug mit der 3er-Metro ist ein eher ungefährliches Abenteuer.

M3 - die 3er-Metro in Budapest

Und das neueste Mitglied in der großen, bunten Patchworkfamilie des Budapester ÖPNV erblickt auch schon bald das Licht der Öffentlichkeit: Die Metro 4. Schon seit vielen, vielen Jahren wird daran gebaut. Immer wieder gab es Rückschläge, technische Pannen, Skandale. Viel zu spät und viel zu teuer soll sie also dieses Jahr im April (pünktlich zu den Wahlen) eröffnet werden. Allerdings müssen die Wägen sich erst noch im Testlauf bewähren. Von der nötigen (ich glaube) eine Million an Kilometern, die sie fehlerfrei laufen müssen, ist gerade mal knapp die Hälfte absolviert. Es bleibt also spannend! Auch in unserer Nähe, am Móricz Zsigmond tér, soll demnächst die 4er-Metro fahren. Die neuen, schicken Haltestellen wecken auf jeden Fall schon mal recht hohe Erwartungen.

Metro 4 - coming soon to your neighborhood!

Wir haben den 9. Tag ganz lässig ausklingen lassen. Freunde haben uns zum Feneketlen tó, also zum bodenlosen See geführt (in der Nähe von Móricz Zsigmond tér). Dort gibt es einen tollen Spielplatz (für Eltern sind das die einzig wahren, wichtigen Fixpunkte bei einem Urlaub mit Kindern) der natürlich wieder eingezäunt ist. Klingt komisch, ist aber toll! In Budapest ist mittlerweile fast jeder Kinderspielplatz umzäunt und wird nachts abgeschlossen. So wird weniger randaliert und zerstört und Eltern müssen sich nicht immer Sorgen machen, dass die Kinder auf die Straße rennen. Und der See ist zum Glück auch eingezäunt. So kann man ganz entspannt einen Spaziergang drumherum machen, ohne dass die Kinder auf der Jagd nach Enten im Wasser landen. Beim Steg gibts einen Automaten mit Entenfutter (100 HUF bzw. 1 Euro. Bisher der schlechteste Wechselkurs, der uns begegnet ist ;-)

A feneketlen tó

Obwohl wir wirklich jeden Tag am Móricz Zsigmond körtér vorbeifahren, ist dieser See bisher völlig an uns vorbeigegangen. Und so entdecken wir bei jedem Urlaub noch mehr tolle Orte in Budapest.

Alle 11 Tage in Budapest:

Tag 0: Am Flughafen ankommen
Tag 1: Shoppen, Wochenticket, Westend und vergessene Badeanzüge
Tag 2: Aquaworld und Einkaufen
Tag 3: Einkaufen im Markt
Tag 4: Tropicarum und Szimpla Kert
Tag 5: Eleven Park
Tag 6: Spielplatzhopping und die Tücken des Spazierengehens
Tag 7: Király utca, Gozsdu udvar und die Budapester Synagoge
Tag 8: Göd und Einkaufen in Ungarn
Tag 9: Pfannkuchenfrühstück, Feneketlen tó und Patchwork-ÖPNV
Tag 10: Markthalle, Váci utca und Deák Ferenc tér
Tag 11: Zum Flughafen und bye bye Budapest