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Mittwoch, Februar 18, 2009
Kino: The International (5/10)
 Den Anfang fand ich gut, dann wurde es schnell solala und mitunter ziemlich doof: Eine Organisation die immer professionell vorgeht und mit Scharfschützen im Stillen und Verborgenen tötet, schickt plötzlich eine plumpe schießwütige Schar mit Maschinengewehren in ein Museum voller Menschen. Klar. Der Film ist eine Mischung aus verschiedenen Videospielen: Am Anfang ein Krimi-Adventure, bei dem man Spuren entdecken und verfolgen muss. In der Mitte gibts dann ein bisschen Shooter-Action à la Half-Life und am Ende lustiges Rumgehopse auf Dächern wie bei Assassin's Creed. Und wie man schon von Spielen weiß, die zu viel sein wollen und mehrere Genres mischen, damit jeder glücklich wird: Das wird höchstens durchschnittlich.
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Slumdog Millionaire: 8/10
 Wenn man nicht genau weiß, um was es geht, könnte man mutmaßen, dass sich auf der Kinoleinwand gleich eine indische, kitschige Bollywoodromanze auftut. Aber dann geht es sofort los mit Folter, Mord in verschiedenen Variationen, Slums, organisiertem Verbrechen, Diebstahl, Kindesmissbrauch, alltäglicher und häuslicher Gewalt, Verstümmelung, Elend, Prostitution und allem anderen, was einem sonst noch so passieren kann, wenn man in Indien in einem Slum, in eine niedrige Kaste oder als Muslim geboren wird (zumindest gehe ich davon aus, dass der Angriff, bei dem die zwei Brüder zu Vollwaisen werden, auf religiösen Hass zurückzuführen ist). Der Film zeigt ein buntes und zugleich abschreckendes Indien. Aber trotz und vor allem ist Slumdog Millionaire ein wunderschöner Liebesfilm. Auch wenn die Liebe so manches Mal volle Kanone mit dem Gesicht an die Wand läuft, so findet sie nach vielen Fehlschlägen und Windungen dennoch ein Happy End. Und am Ende wird getanzt!
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Dienstag, Februar 17, 2009
The Wrestler (9/10)
 Die Stellen, an denen man wirklich nicht mehr zuschauen kann, sind nicht die, in denen sich vernunftbegabte Wesen Klammern in die Haut tackern oder sie sich Stacheldraht aus der Haut ziehen, sondern Szenen, in denen man netten und sympathischen Menschen dabei zuschaut, wie sie ihr Leben noch mehr verkorksen als man es vorher für möglich gehalten hat. Wenn man wenig für seine Arbeit bekommt, ist man kaum etwas wert. Zumindest fühlt es sich so an. Wer im Trailerpark wohnt, sich mit Wehmut an seine erfolgreiche Vergangenheit erinnert, den körperlichen Abbau mit Gewalt und Steroiden aufhalten will und einsam ist, hat nicht mehr viel, das einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dennoch ist "Ram" zu seinen Mitmenschen immer freundlich. Nun, fast immer. Wenn er feststellt, dass er trotz eines Riesenbizeps sein Leben nicht mehr stemmen kann, wird er schon mal ungehalten. Es fließen Blut, Tränen und Kotze. Absolut geiler Film. Ich habe zwar nur zwei der Filme mit Oskarnominierungen für den besten Hauptdarsteller gesehen, aber eines kann ich jetzt schon sagen: Gegen Mickey Rourke schaut Brad Pitt ganz schön alt aus.
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Donnerstag, Februar 12, 2009
Wort des Tages
GeilnehmenBei etwas Tollem mitmachen. Die Geilnahme erfolgt fast ausschließlich freiwillig.
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Mittwoch, Februar 11, 2009
Sneak
7 Tage Sonntag: 8/10  Oh nein, nicht schon wieder ein deutscher Film. Großes Gekreische im Kino. Aber der Vorspann sah schon so abgefuckt ästhetisch aus, dass klar war: Das wird super. Und tatsächlich: Der Film ist sehr, sehr gut. Zum einen die Story: Toll. Der Look des Films: phantastisch. Und das Beste, die Länge: Perfekt! Kurz, krass, schick, abartig und knackig - ein toller deutscher Film.
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Montag, Februar 09, 2009
Werb 2.0
Vor kurzem: Mittags, Restaurant, Gespräch mit einer Person in einer leitenden Position einer großen inhabergeführten Agentur. Fazit: Ich bin immer noch sprachlos. Ich sollte vorab vielleicht hinzufügen: Es geht mir nicht darum, dass jemand in einer Werbeagentur ein eingefleischter Blogger und Fan von Twitter sein muss. Man sollte einige Anwendungen des "Social Web" jedoch schon mal gehört und am besten ausprobiert haben. Man sollte wissen, was man damit machen kann und es nicht von vornherein als Zeitverschwendung abtun. Zumindest, wenn man selbst keinen Zugang zu dieser Welt hat, sollte man den Umgang mit diesen Anwendungen in seinem Umkreis fördern und über die Entwicklung auf dem Laufenden bleiben. Gerade wenn man mit Werbung und Kommunikation zu tun hat. Nun, das Gespräch nimmt also seinen Lauf und ich frage ihn, warum die Internetseite der Agentur heute immer noch so aussieht wie vor 5 Jahren und da, abgesehen von halbjährlich aktualisierten Arbeitsbeispielen und PR-Meldungen absolut nichts spannendes passiert. Naja, das sei halt so. Ich frage, ob da überhaupt mal jemand in die Besucherstatistiken schaue und regelmäßig überprüfe von wo denn die Leute auf die Seite kommen und welche Suchwörter sie bei Google eingeben und so weiter. Nö, er wüsste nicht, ob und wer das überhaupt mache. Ich frage ihn, ob es ihn interessiere, was die Leute im Internet so über seine Agentur sagen. Ich ernte einen Gesichtsausdruck, der von der Tatsache geschockt ist, dass sowas überhaupt möglich sei. Ich habe Blut geleckt und bohre ein bisschen weiter in der Wunde herum: Ob er denn nicht neidisch auf die Kollegen einer anderen, ja geradezu DER Konkurrenz-Agentur blicke, die für ihre Agentur bloggen und damit viele Leute ansprechen und sie - Gott bewahre - für die Agentur und ihre Dienstleistungen interessieren könnten. Hmm... nein, also mit Blogs sei er ja noch nie warm geworden. Die lese er nie, denn die enthalten ja keine vertrauenswürdigen Informationen. Dafür habe er ja sowieso keine Zeit. Und wen interessiere das überhaupt? Ich umschiffe die Relevanzdiskussion und frage ihn, was er persönlich denn so im Internet mache. Antwort: Viel. Ich schreibe Emails und lese Spiegel Online. Und so. Das einzige Profil, das er hat, ist bei Xing. Und selbst da geht die eher Xing-typisch behäbige Web 2.0 Post nicht ab, weil er nicht Premiummitglied ist. Na, super. Vor kurzen, so erzählte er, seien zwei Kreativdirektoren auf so einem ADC-Seminar zum Thema Webzweinull-Irgendwas-Blabla gewesen und sie wären ganz begeistert zurückgekommen. Ich frage, wieviele Tausend Euro sie dafür ausgegeben haben und ob es nicht günstiger gewesen wäre, sich mal in der eigenen Agentur umzusehen und der Generation 20-30 über die Schultern zu schauen und die einfach mal zu fragen, ob die "sowas" im Internet machen. Aber, so meine Vermutung: was nichts kostet, ist nichts wert. Andere zu fragen ist sowieso ein Zeichen von Schwäche und was wissen schon diese Anfänger, diese Praktikanten, diese Pixelschubser in Probezeit und diese Junior-Texter die frisch von der Uni kommen? Ich sage: Viel. Vielleicht nicht alle, aber es reicht schon, wenn sich drei Leute in einem Unternehmen dieser Größe für das Thema Web2.0 begeistern. Diese könnten als Keimzelle dienen und die anderen coachen und sie in diese Welt einführen. Das ist ein riesiges, ungenutztes Potential. Vor allem für Agenturen mit Online-Ambitionen kann es gar nicht schaden, dieses interne Wissen anzuzapfen. Ich hole aus zu einer begeisterten Ansprache über das Web 2.0 und die vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Nicht nur, um sich mitzuteilen, sondern auch, um sich schneller und umfassender zu wichtigen Themen zu informieren. Was ich heute bei Twitter lese, steht morgen bei Spiegel Online und frühestens nächste Woche in der W&V oder Horizont. Dass man sich in Gespräche einmischen kann und ungefiltertes Feedback erhält. Gerade in Zeiten, in denen die Agentur Scholz und Friends dafür beklatscht wird, dass sie nun auch twittert (lieber spät als nie), können sich doch gerade solche, im Verhältnis kleineren Agenturen als Trendsetter profilieren. "Also, ich sehe Agenturen eher nicht als Trendsetter für neue Kanäle". Nach einer Schocksekunde frage ich ganz fassungslos aber behutsam: Wer, wenn nicht sogenannte Kommunikationsexperten? Wer soll Kunden in diesem Web 2.0 Dickicht beratend zur Seite stehen? Wollen die Agenturen warten, bis sich die Kunden dieses Wissen mangels Angebot selbst angeeignet haben? Und damit aktiv Umsatz mit vollen Händen aus dem Fenster werfen? Ich bin fassungslos. In Zeiten, in denen Gespräche über Marken, Produkte und Dienstleistungen allgegenwärtig sind, nehmen sich einige Kommunikationsexperten immer noch die Freiheit heraus, auf dem digitalen Auge blind sein zu dürfen. Immerhin war die Suppe lecker.
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Wort des Tages
Werb 2.0Philosophie in Werbeagenturen, die unter "Internet" mehr versteht als nur in html gehacktes Corporate Design.
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Dienstag, Februar 03, 2009
Wort des Tages
WissensmückeDer erste Schritt bei der Schließung einer Wissenslücke.
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Montag, Februar 02, 2009
Wo sind sie, die "Digital Natives"?
Am Wochenende war mal wieder ein Familienfest mit großem Fressgelage: Der Sohn meines Cousins hat seinen 18. Geburtstag nachgefeiert. Als mir die Gespräche im Wohnzimmer zu anstrengend wurden (mein Vater weigerte sich theatralisch, sich von mir photographieren zu lassen. Das macht er aber nur in der Öffentlichkeit. Und meine Mutter legte schlagartige Demenz an den Tag, als es mal wieder um das Thema erzwungener Flötenunterricht in der Grundschule ging. Ich hätte ja lieber Klavier gelernt, und habe meine Eltern auch jahrelang darum angebettelt, meine Mutter scheint das allerdings vergessen zu haben), habe ich mich ins Zimmer des Geburtstagskindes verdrückt. Dort habe ich versucht, mit einem Jugendlichen in Markenklamotten Konversation zu führen, was erfreulicherweise sogar ganz gut geklappt hat. Als er seinen superschicken Geburtstags-Laptop aufklappt, werde ich neugierig und frage, was er denn so im Internet mache. "Nicht viel" Aha. Ob er ein Blog führe? Nein. Ob er jemanden kenne, der ein Blog führt? Nö. Haste schon mal von Twitter gehört? Nein. Aber ein Profil in einem Social Network hat er doch bestimmt. In einem was? Naja, sowas wie Facebook oder SchülerVZ. Ja, bei SchülerVZ habe er ein Profil, aber da schaut er fast nie rein. Aber chatten tut er doch ganz bestimmt, oder? Ja, manchmal. Eigentlich wollte ich ihn an den Schultern packen und durchrütteln. Ob er denn nicht wisse, dass er zur Generation der "Digital Natives" gehöre? Dass er das Internet mit der Muttermilch aufgesogen habe und sich da gefälligst besser auszukennen habe als ich! Dass er die Speerspitze einer neuen, basisdemokratischen Bewegung zu sein habe. Ich wollte ihn ohrfeigen und fragen, ob er die letzten Jahre geschlafen hätte. Aber er kam mir zuvor und sagte, dass sie erst seit ein paar Wochen Internet zuhause hätten. Wir schreiben das Jahr 2009 und ich dachte schon, ich wäre spät dran. Nachdem ich meine Eltern jahrelang genervt habe, sind 1999 bei uns zuhause die Freuden des ISDN eingekehrt. Boah - jetzt konnte ich auch telefonieren , während meine Brüder telefonisch mit unseren Nachbarn die Abendplanung diskutiert haben! Und endlich konnte ich surfen! Seitdem hat sich fast alles in meinem Leben mit dem Internet verwoben: Auswahl von Hochschulen, Praktika und Jobs, Diplomarbeit, Recherche für alles mögliche, Shopping, Reisen, Jobs, Zerstreuung. Ich kaufe nichts über 10 Euro, das keine guten Rezensionen erhalten hat. Sogar so manchen Mann habe ich im Internet geangelt. Was meinen Eltern nur in den ersten Jahren furchtbar peinlich war. Irgendwann haben sie erkannt, dass das eigentlich total in ist und mich geradezu als Technik- und Internetexpertin ausweist. In letzter Zeit fällt mir häufig auf, dass die junge Generation im Großen und Ganzen keine Ahnung vom Internet hat. Wer auch immer den Begriff "Digital Native" für die Generation nach (sagen wir mal...) 1990 geprägt hat, hat eigentlich nur einen Wunschtraum erschaffen, ein Web 2.0 Märchen. Das einzige, das die Teens heute am Internet interessiert, ist Chatten und Musik von einer Festplatte auf die nächste zu wuppen. Dann noch eine Prise MySpace ("boah, ne, das ist voll out") und Schüler- oder StudiVZ. Aber selber bloggen, regelmäßig Blogs lesen oder (oh weh, sogar kritisch) kommentieren? Eine eigene Domain oder Homepage verwalten und dort eigene Inhalte veröffentlichen? Meinungsbildung vorantreiben oder womöglich sogar bei Wikipedia mitschreiben? Medienkompetenz? Fehlanzeige. Mein Eindruck ist, dass sich das auch nicht so bald ändern wird. Vielleicht, weil es heute zu einfach geworden ist, sich mitzuteilen Dann erlischt das Interesse. Oder die Teens haben einfach keine Lust darauf. Aber ich denke, ich hätte damals Lust darauf gehabt mich online mitzuteilen. Wenn das damals alles nur nicht so verdammt kompliziert gewesen wäre...
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Kino
Der seltsame Fall des Benjamin Button: 8/10  Ein schöner Film, der allerdings viel zu lang ist und gegen Ende ein bisschen dröge wird. Der Weichzeichner, der gefühlte 90% des Films dominiert, nervt irgendwann auch. Aber wie sollen sie sonst Cate Blanchett 20 Jahre aus dem Gesicht bügeln? Der Film ist zwar gut, aber warum er 13 Oscar-Nominierungen erhalten hat, ist mir ein Rätsel.
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Wort des Tages
KotschaftEine beschissene Nachricht.
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