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Dienstag, September 30, 2008
Wort des Tages
InpestmentGeldgeschäft, das ins Verderben führt.
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Vorpremiere
Burn after Reading: 4/10  Der Film ist eine einzige Anlaufschwierigkeit. Es passiert nichts und davon ziemlich viel. Plötzlich wird jemand erschossen. Dann plätschert der Film wieder pointenlos vor sich hin. Plötzlich geschieht ein Axtmord. Zwischendrin denke ich an Sledge Hammer. Das wars. Aha. Spoiler!Wie schafft es ein Film, mit einer derart hochkarätigen Besetzung, so wahnsinnig zu langweilen? Irgendwie habe ich es immer noch nicht verstanden, wie die CD in das Fitness-Studio gelangt ist und warum die Coen-Brüder für diesen langweiligen Film so beklatscht werden. Brad Pitt nervt einfach nur und ich war richtig froh, als er die Kugel (wie eigentlich?) ins Gesicht bekam. Er hat es verdient! Für dieses schamlose Herumtragen seines iPods und für diese gruselige Anti-Leistung. Der Film hat in den USA die Altersfreigabe Rated R erhalten. Aber mit ziemlich hoher Sicherheit nicht für die anderthalb Gewaltszenen, sondern eher für den Anblick eines Silikondildos und wegen der Tatsache, dass jeder mit jedem schläft. Was für eine verquere und sinnlose Verschwendung von Zeit.
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Freitag, September 26, 2008
Wort des Tages
TollgutEine äußerst ansteckende Hysterie, die beim Menschen einen akuten und projektgefährdenden Ausfall des zerebralen Kritikzentrums verursacht. Dabei wird die Gruppe von einem infizierten Alphamännchen bzw. -weibchen angesteckt. Eine Ansteckung durch hierarchisch untergeordnete Opfer ist nicht bekannt, ebenso wenig wie ein Gegenmittel. Tollgut führt fast immer zum Tod des Projekts, außer der Kunde ist ebenfalls davon befallen. Am Telefon äußert sich Tollgut durch Abschiedsfloskeln wie "Super, danke, tschüß".
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Mittwoch, September 24, 2008
Wort des Tages
ProghoseDie Hose, die man sich höchstwahrscheinlich als nächste kauft.
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Dienstag, September 23, 2008
Sneak
Wall-E: 11/10  Der beste Film des Jahres. Einfach nur toll, schön, rührend, lustig, phantastisch. Alles ist perfekt. Sogar der Abspann ist wundervoll. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ein Meisterwerk. Zeugen berichten, man habe den Sympatexter schon lange nicht mehr so begeistert gesehen. Wenn 2009 wieder irgendwelche Schnarchgranaten wie "There will be blood" für den Oscar nominiert werden, ist das echt ein Grund, in die USA zu fliegen, und den anscheinend blinden und taubstummen Juroren eigenhändig den Staub aus dem Hirn zu pusten. Gegen Wall-E kommt (meiner Meinung nach) dieses Jahr nur "Batman" heran. Aber die Oscartypen schaffen es ganz bestimmt, wieder verkopfte Filme zu nominieren, die zu Unrecht von irgendwelchen Holzmedien hochgejazzt werden. Wann wird endlich ein Animationsfilm für den Oscar ("Bester Film") nominiert? Ich tippe auf 2009. Und verlieren kann Wall-E dann nur, wenn es mit verkopften Dingen zugeht.
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Donnerstag, September 18, 2008
Wort des Tages
ManufuckturFreudenhaus in welchem ausschließlich Handarbeit praktiziert wird.
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Dienstag, September 16, 2008
Sneak
Tropic Thunder: 6/10  Mr. Sneak: "Hellboy 2, WallE und Tropic Thunder. Einer dieser Filme kommt heute Abend." Sympatexter frohlockte schon und erhoffte sich sehnsüchtiges Gepiepse eines liebestollen Roboters oder eine lustige Zerstörungsschlacht im Reich der Phantasie. Aber bittebitte nicht Tropic Thunder. Denn niemals würde ich mir freiwillig einen Film mit Ben Stiller ansehen. Seinen Hundeblick und sein Rumgegacker kann ich nicht ertragen. Für unfreiwillige Cineastenleiden gibt es ja die Sneak. Genau so wie für Paradigmenwechsel. Denn der Film war teilweise richtig lustig. Und Ben Stiller war... erträglich! Unfassbar! Ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass ich mir "Leg dich nicht mit Zohan an" anschauen werde. Freiwillig! Tropic Thunder ist ein wunderbar bescheuerter Film voller guter Schauspieler, die bei den Dreharbeiten sicher den Spaß ihres Leben hatten. Sogar die olle Scientologygurke Tom Cruise anzuschauen, macht Spaß. Sogar nachdem man ihn erkannt hat. Dieser Film zeigt, dass zwischen Filmen wie Stepbrothers und Tropic Thunder Welten liegen. Beide sind bescheuerte Komödien, aber der eine Film ist blöd und der andere witzig. Besonders die Idee mit den fiktiven Filmtrailern VOR dem Film, die dann aber doch irgendwie zum Film gehören, ist phantastisch. Leider lahmt der Film gegen Ende, aber das ist ein generelles Problem von Komödien. Egal. War trotzdem lustig. Und nächste Woche kommt WallE. Update: Argh, ich blicks einfach nicht. Im Kino sage ich noch, dass ich Ben Stiller und Adam Sandler nicht auseinanderhalten kann. Schon wieder! Egal. Zohan schaue ich mir trotzdem an.
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Montag, September 15, 2008
Wort des Tages
ÄchzanwaltJurist, der seinen Lebensunterhalt mit existenzgefährdenden Serienabmahnungen gegen wehrlose Blogger bestreitet.
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Donnerstag, September 11, 2008
Fantasy Film Fest - Martyrs
Martyrs: 7/10  Zu sagen, die Franzosen seien krank, bringt mittlerweile keinen Erkenntnisgewinn. Frontierès, Inside und High Tension haben uns eindringlich gezeigt, wovon unsere freundlichen, europäischen Nachbarn nachts träumen. Kranke Filme zu drehen ist untrennbar damit verbunden, sie sich anzuschauen. Wer zeternd aus dem Kino geht, sollte sich also überlegen, was er sagt. Der Film wurde groß angekündigt als das Ende der cineastischen Zivilisation. Ein Extremschocker sollte es sein. Ich habe es dennoch gewagt, alleine ins Kino zu gehen. Mittlerweile weiß man ja, dass man den Ankündigungen und Filmbeschreibungen der FFF-Organisatoren keinen Glauben schenken kann. Apropos Glauben. Ich war nie besonders ehrgeizig im Fach Religion, vor allem nicht in katholischer, das bei uns in der Oberstufe inoffiziell als dritter Leistungskurs gehandelt wurde. Aber so ein bisschen schnappt man ja schon auf. Zum Beispiel was ein Märtyrer ist. Nämlich jemand, der an seinem Glauben festhält und dafür freiwillig (!) Qualen, Freiheitsentzug oder sogar den Tod auf sich nimmt. Ganz früher, als Jesus noch auf Wasser gewandelt ist, bedeutete Märtyrer "Zeuge". Aber mit solchen Haarspaltereien hält sich "Martyrs" nicht auf. Die erste Hälfte des Films ist ein dreckiger, geiler Film. Lucie tötet alles und jeden, den sie für die ihr zugefügten Qualen im Kindesalter verantwortlich macht. Um ihre eigenen Dämonen zu besiegen, tötet sie sogar Kinder. Man muss ja die kranke Sippe bis zur Wurzel ausrotten. Es wird bei Regen durch Schlamm gerobbt und es spritzt nur so vor Blut und Dreck. SPOILER!Die zweite Hälfte ist ein cleaner, ästhetischer, brutaler Folterfilm. Da spritzt nichts mehr, das kalte Licht kommt von Glühbirnen, Metall ist blitzeblank und alles, außer der Märtyrerin ist steril. Äh... "Märtyrerin"? Sie glaubt an nichts, bekennt sich zu keiner Religion und wird gefesselt, geschlagen und gequält. Es gibt nichts, dem sie abschwören könnte, um ihre Qualen zu beenden. Also keine Spur von freiwilliger Selbstaufgabe des religiösen Bekenntnisses willen. Da entführt eine Organisation junge Frauen, um sie zu quälen, bis sie so einen gewissen, glasigen Blick kriegen - den Blick der Erkenntnis. Hinüber ins Leben nach dem Tod. Und dafür muss man schon länger foltern als in diversen Jugendherbergen in Bratislava - aber nicht zu viel, denn das Opfer muss ja überleben, um am Ende des Leidensweges Zeugnis ablegen zu können. Von was auch immer. Jahrelang wird da geschnippelt, operiert und geschlagen. Die Gewalt wird also durch einen höheren Sinn legitimiert. Schließlich will die zahlungskräftige und hoch betagte Klientel der Organisation wissen, was sie nach dem Tod erwartet. Und was das für ein Erkenntnisgewinn für die gesamte Menschheit wäre! Endlich wüssten wir alle, was nach dem großen, weißen Licht käme! Nicht, dass wir das sowieso alle erfahren, wenn wir sterben. Und sterben muss ja bekanntlich jeder. Aber das schon vorher zu wissen, kann ja sicher nicht schaden. Das ist hochgradig bescheuert. Angenommen, ich sei 80 Jahre alt. Ich wüsste, ich müsste demnächst sterben, weil Menschen eben nicht 200 Jahre alt werden. Was bringt es mir, zu wissen, was nach dem Tod kommt, wenn er mir sowieso bald bevorsteht? Woher wüsste ich, dass das, was die fast zu Tode gequälte Frau da erzählt, wirklich stimmt? Oder ob es vielleicht nur die letzte, verzweifelte und höchst subjektive Neuronenaktivität eines Gehirns kurz vor dem letalen Kurzschluss ist? Ach. Egal. Mit der Sinnfrage kommt man bei französischen Schlachtfetzen nicht weit. Bevor aber Lucies Freundin Anna zur Märtyrerin gemacht wird, wird sie noch von der Sektenführerin, die zu allem Überfluss aussieht, wie meine ehemalige Französischlehrerin (ich habe Französisch gehasst), über das ihr bevorstehende Schicksal aufgeklärt. Was sie sich davon erhofft, ist mir unklar. Eine Art selbsterfüllende Prophezeiung? Eine passende Einstimmung für das Oper, damit es gleich weiß, wohin es seine Gedanken beim Zusammengeschlagenwerden schweifen lassen soll? Die anderen Opfer schienen nicht aufgeklärt worden zu sein. Aber so eine Organisation ist ja auch ein lebendes Gebilde und entwickelt sich ständig weiter. Und ersinnt sich für jedes Opfer eine neue Form des Martyriums. Einem Opfer werden zum Beispiel ein Keuschheitsgürtel und ein Metallband, das die Augen verdeckt, in den Körper getackert. Aber wie soll denn dann die Folterbande erkennen, wann das Opfer diesen besonderen, glasigen Blick kriegt? Ja, genau! Gar nicht! Also ist es doch Foltern um des Foltern willen. Als Anna dann endlich diesen märtyrerischen Blick kriegt (jeder Mensch abseits der Kinoleinwand wäre bis dahin längst verblutet oder an einem Herzinfarkt gestorben), gerät die Organisation total aus dem Häuschen! Ich weiß zwar nicht, was der Unterschied zum ihrem vorherigen Gesichtsausdruck gewesen sein soll, aber die haben da sicher mehr Erfahrung als ich und können die Nuancen zwischen "ich leide", "ich leide ganz fürchterlich" und "ich leide so sehr, und stehe kurz vor dem Exitus, dass ich ins Reich der Toten hinübersehen kann und ich bin bereit, Zeugnis darüber abzulegen" genau auseinanderhalten. Und dann setzt der Film den den letzten, menschenverachtenden, zynischen Sch(l)usspunkt. Da möchte man schon fast klatschen! 17 Jahre Arbeit der Organisation zunichte gemacht. So viel Zeit, Arbeit und Menschenleben verschwendet! Abgesehen von diesen Punkten kann man sagen: Würde der Film nicht Martyrs heißen, wäre er deutlich besser gewesen. Der religiöse Twist tut dem Film nicht gut. Hätte der Film dort geendet, wo Anna über ihr bevorstehendes Martyrium aufgeklärt wird, wäre es sehr viel besser gewesen. Man darf ja auch etwas der Phantasie des Zuschauers überlassen. Aber dann hätte die Länge für einen Spielfilm nicht gereicht und wäre für einen Kurzfilm zu lang gewesen. Und das ganze teure Kunstblut wäre verstaubt. Tja. Schade.
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Mittwoch, September 10, 2008
Wort des Tages
FettbackschleifeRückkopplungseffekt bei bzw. nach Diäten, der zu erneuter Gewichtszunahme führt. Auch als Jojo-Effekt bekannt.
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Dienstag, September 09, 2008
Preview
Gomorra: 4/10  Vollkommen bescheuerte Männlichkeitsriten. Wirtschaftsmotor oder - je nach Weltsicht - Krebsgeschwür eines ganzen Landes. Lebenserwartungs- und Lebensqualitätssenker seit vielen Generationen. Müllmanager, Drogendealer, Betrüger, Mörder. Das ganze Spektrum. Ja, das kann nur die Mafia. Der Film wurde in Italien gedreht und ich musste ständig an Osteuropa denken: Ausgebrannte Häusergerippe, heruntergekommene Wohnsilos, überall Staub, Straßen die keine sind und, um wohl den äußeren Verfall zu kompensieren, rustikale Eichenholzmöbel in den Wohnzimmern. Dazu noch "Schauspieler", die einfach nur das gemacht haben, was sie jeden Tag so machen. Der Regisseur hat einfach nur mit der Kamera draufgehalten und ein trostloses Leben festgehalten, das von Gewalt, Tod und Angst gekennzeichnet ist. Selbst diejenigen, die sich da raushalten möchten, haben keine Chance. Die Mafia hat sich überall reingefressen, in die letzten Winkel. Wie die Kapillaren eines Körpers ist sie überall - und deshalb auch so schwer zu beseitigen. Operation gelungen, Patient tot - so hieße wohl die einzige Möglichkeit, die malignen bzw. mafiösen Strukturen zu beseitigen. Also eigentlich eine tolle Ausgangslage für einen Film. Aber leider wuchert der Film nicht gerade mit seinen Pfunden. Der Film erschlafft wie eine schöne Blume, die seit einer Woche nicht gegossen wurde. Potential ist vorhanden, aber letztendlich zählt die Umsetzung. Und die wirkt, als sei sie mit einem Jahresvorrat Schlaftabletten vollgedröhnt. Einmal Opfer-Täter und zurück, bitte. Das ist Gomorra. Jeder wird zum Täter und am Ende sind sie alle Opfer. Ob tot oder lebendig.
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Wort des Tages
PersonöligkeitMensch, der ständig quengelt.
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Montag, September 08, 2008
Wort des Tages
WonnepoppenPhantastischer Sex, der zur Empfängnis eines Kindes führt.
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Fantasy Film Fest - Sonntag
Repo! Genetic Opera: 8/10  Ähm. Ja. Also. Mein Nebensitzer hat gemeint, Repo sei "Rocky Horror Picture Show" auf Drogen. Er muss es ja wissen, denn ich kenne den Film nicht. Ja, wirklich. Dieser Film ist definitiv anders. Wenn man hört, dass der Regisseur vor dem Film Saw 2 bis 4 gedreht hat, ist Repo im Vergleich sehr harmlos. Aber verdammt lustig. Repo ist ein singendes Frankensteinmonster, zusammengestückelt aus Rock, Gothic, Oper, Sarah Brightman, viel Blut, Comicstrips und Strapsen, Domina-Look, dem Bibliothekar aus "Buffy", einem Spritzer "Soilent Green" (das hier blau ist) uuuuuuuund Paris Hilton. Im Gegensatz zu House of Wax lebt Paris bis zum Ende und kann dabei mehr oder weniger ihr Gesicht wahren. JCVD: 9/10  War das Selbstironie? War das Verzweiflung? War das die letzte Möglichkeit für Jean-Claude van Damme auf dem sonst so direkten Weg zur DVD-Resteverwertung doch noch einmal den Weg ins Kino zu finden? Keine Ahnung. Aber war das geil? Ja. Mein Weltbild gerät ins Wanken, denn Jean-Claude Francois Camille van Varenberg ("Stagename van Damme") kann tatsächlich richtig gut schauspielern. Ich war sprachlos - wenn ich mich nicht gerade totgelacht habe. Die verschachtelte Erzählweise und van Dammes Monolog in der Mitte des Films sind richtig, richtig gut. Vielleicht musste van Damme durch die Hölle der miesen B-Movies gehen, um diese Leistung erbringen zu können. Dieser Film könnte für van Damme das sein, was Pulp Fiction für John Travolta war: Nach großem Erfolg (Saturday Night Fever + Grease bzw. Universal Soldier), der daraus folgenden, fatalen Einordnung in eine bestimmte Schublade und der sehr langen Durststrecke der B-Movies der vielleicht letzte, lebensrettende Absprung vom Abstellgleis hinein in die exklusive Gesellschaft der Charakterdarsteller. Vielleicht auch nicht. Wir werden sehen. Hoffentlich. Denn JCVD ist verdammt gut. Mom and Dad: 6/10  Die Patchwork-Family in etwas anderem Licht betrachtet. Der Regisseur hat Gefallen gefunden an total kaputten Familien und wird auch seinen nächsten Film der Dezimierung dieser Lebensgemeinschaft widmen. Oh, jetzt habe ich gespoilt. Sorry. Aber ich vermute, dass wohl niemand (plus minus eine Person) diesen Film jemals zu Gesicht bekommen wird. Was eigentlich schade ist, denn dieser Film ist so abartig, dass er für Genrefans (äh... welches Genre genau? Horror? Woman Torture Porn? Happy-Family-Cerealien-Werbefilme?) sicher von Interesse wäre. Am Ende hat der Regisseur noch ein paar Fragen beantwortet. So erfährt man, dass seine Eltern zwar grob wissen, was ihr Sohn da eigentlich treibt, sich aber den Film nicht anschauen wollen. Seine Mutter will aber klarstellen, dass der Film nicht autobiographisch ist und der Vater hat tatsächlich bei der Luftfracht im Flughafen gearbeitet - wie der Sicko von einem Dad im Film. Die letzte Szene spielt auf einer Pferdekoppel und für jede Einstellung musste jemand die 12 Pferde wegscheuchen. Sehr lustig. Ich will auch mal einen Film drehen. Let the right one in: 4/10  Ein ästhetischer Film, der leider ein einziges Problem hat: Er ist furchtbar langweilig. Die Schweden. Wenn sie eins können, dann günstige Möbel bauen und Filme drehen, die ewig dauern, langsam erzählt werden und ja, ewig dauern. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich bei einer Mobbing-Teenie-Vampir-Romanze langweilen könnte, aber gestern Abend gab es mal wieder einen leidvollen Abgleich mit der Realität. Was mich ein bisschen wundert, sind die vielen sehr positiven Meinungen zu diesem Film. Ich vermute dahinter das Ich-habe- so-eine-exklusive-Meinung-und-schaue-nur-Arte-Phänomen. Wenn sich zu viele Leute dieser Art zusammenrotten, werden ganz schnell Wertungen verzerrt und nichts ahnende Menschen wie ich zum Kinobesuch verführt. Aber eines habe ich jetzt ja gelernt: Nie wieder schaue ich mir das Center Piece beim Fantasy Film Fest an. Das ist jedesmal so ein verkopftes Anästhetikum, dass ich schreien könnte, wenn ich nicht längst eingeschlafen wäre.
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Freitag, September 05, 2008
Google Chrome
Wurde Chrome nicht eigens dafür entwickelt, Google-eigene Programme noch schneller und besser ablaufen zu lassen? Ich dachte, ich hätte mal sowas irgendwo in den Weiten der Blogosphäre gelesen. Leider sieht meine Bilanz anders aus: Ich kann mit Chrome bei Blogger.com keine Bilder hochladen. Statt einem Bild gibt es eine Fehlermeldung. Und im Google Reader kann ich keine YouTube Videos anschauen. Nach zwei Sekunden gähnt mich ein stummer Freeze-Frame an. Liegt das an meinem Rechner, oder warum vertragen sich die Googleanwendungen Blogger.com, YouTube und Google Reader nicht mit Chrome? Das sind die Stützpfeiler meines Onlinedaseins! Unfassbar, dass sich der Google-Browser weigert, Google-Dienste richtig wiederzugeben. Ständig muss ich zwischen Firefox und Chrome hin- und her wechseln. Nach zwei Tagen nervt das ganz schön und ich beschließe, das Experiment Chrome vorerst zu beenden.
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Donnerstag, September 04, 2008
Fantasy Film Fest - Eröffnungsfilm
Eden Lake: 7/10
Ein Pärchen wird im Wald mit gewaltbereiten Jugendlichen konfrontiert und kämpft ums Überleben. Einige Jugendliche auch.
Wenn man eins zum Thema Sicherheit von der Polizei lernt, dann das: Wenn du bedroht und ausgeraubt wirst - Scheiß auf den Geldbeutel, das Auto, das Handy. Dein Leben ist mehr wert. Provozier den Aggressor nicht. Spiel nicht den Helden. Lauf weg. So schnell du kannst.
Und was macht das Pärchen? Laufen. Aber erst nachdem der Mann den Helden spielen wollte. Großer Fehler.
Im Rückblick frage ich mich, wo die Geschichte so richtig eskaliert ist. Der Zeitpunkt hatte auf jeden Fall etwas damit zu tun, dass ein Mann zu stolz war und nicht nachgeben wollte. Seine Freundin sagt ständig, dass es sinnlos sei, er aufhören soll und sie weg möchte. Im Kinosessel erahnt man schon das aufkommende Unheil und man weiß: Die Frau hat Recht, der Mann ist doof! Denn der Mann will sich beweisen. Vielleicht denkt er sich, dass sie zu seinem Heiratsantrag nur dann "ja" sagen würde, wenn er sich als echter Mann und Beschützer bewährt hat. Aber da hat er sich geschnitten. Denn man sollte keine Gruppe provozieren, die sich um einen psychotischen Anführer schart, der mit Praktiken, die schon in vielen Kriegen angewandt wurden, den Willen seiner Gefolgschaft bricht und sich damit ihre Loyalität sichert.
Etwas, das mich an dem Film stört, ist das Verhalten der Hauptdarstellerin. Diese Gesten, diese Mimik - so verhalten sich Frauen, die wissen, dass sie beobachtet werden. Wie sie sich räkelt und kichert wirkt extrem affektiert. Als die Bedrohung heraufzieht, ändert sich ihr Verhalten und sie benimmt sich normal. Bis es soweit ist, war ich latent genervt.
Und wann schwingt sie eigentlich diesen Nagel-Knüppel mit dem sie so hübsch auf dem Filmplakat posiert?
Warning! Spoiler!
Eigentlich regen mich Filme total auf, in denen Großstadtmenschen einfach zu dumm sind und sich von gelangweilten, verrohten, hinterwäldlerischen Kids abschlachten lassen. Aber dieser Film ging doch irgendwie unter die Haut. Und daran hat vor allem das Ende einen großen Anteil. Es ist so bestürzend, wenn sich, die Freiheit zum Greifen nah, die endgültige Ausweglosigkeit auf einen winzigen Raum konzentriert und klar wird, dass die letzte, tödliche Bedrohung gar nicht von den Jugendlichen ausgeht. Wie der Sohn, so der Vater.
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Mittwoch, September 03, 2008
Wanted
 Ich weiß jetzt schon, dass mir dieser Film nicht gefallen wird. Egal. Ich schaue ihn mir trotzdem an. Aber darum geht es hier nicht. In den letzten Tagen wird viel über Magersucht gebloggt, allen voran über die neue H&M Kampagne. Und ja, die H&M Models sehen wirklich aus, als ob sie mal eine Badewanne voller Sauce Hollandaise ausschlürfen sollten. Jetzt lese ich bei Spiegel Online, dass dieses(?) Filmplakat in England aus dem Verkehr gezogen wurde. Aber nicht etwa, weil Angelina Jolies Arm aussieht wie ein knorriger Ast, sondern, total absurd, wegen Gewaltverherrlichung. Ha, ich lache mich tot. Wegen Gewaltverherrlichung. Update (8. September 2008):
Wanted: 5/10 Ein vollkommen gaga'eskes Feuerwerk, bei dem die Regeln der Physik außer Kraft gesetzt sind. Kugeln fliegen um die Ecke, Knochenbrüche heilen in Wachsbädern, Webstühle kommunizieren geheime Botschaften und entscheiden über Schicksale, Väter sind kaum älter als ihre Söhne und Angelina Jolie sieht zu dünn zum Stehen aus. Das ist teilweise sehr lustig. Aber. Alles ist zu bunt, zu krass, zu überzeichnet, zu stark computeranimiert. Der Regisseur nennt es wohl "Kunstgriff", ich nenne es "ein bisschen zu arg". Warum sieht James McAvoy eigentlich so... unsexy aus? In "Abbitte" war das noch ganz anders. Hat das Krafttraining seine Gesichtszüge so kantig werden lassen? Hat sich das Krafttraining überhaupt gelohnt? Schließlich hat man die Ergebnisse nur in einer kurzen Szene am Ende gesehen. Und warum ist Angelina Jolie so knochig? Hat sie nicht erst vor kurzem Zwillinge entbunden? Sieht frau dann nicht weiblicher, runder, schöner aus? Wohin sind ihre Brüste verschwunden? Oder ist das alles womöglich Teufelswerk der Computeranimation? Und ja, ich weiß, dass es eine Comicverfilmung ist, und dass sich der Film selbst nicht besonders ernst nimmt. Aber ein Film, der sich selbst nicht ernst nimmt, ist nicht automatisch ein guter Film. Schlecht ist er aber auch nicht. Fazit: Er ist nicht gut, er ist nicht schlecht, er ist "Wanted".
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Sneak und Wort des Tages
Stepbrothers: 1/10
 Zwei Erwachsene benehmen sich wie Kinder. Ja. Ich weiß. Eine Rezension sollte immer objektiv sein. Oder zumindest den objektiven Schein wahren. Aber das geht bei diesem Film nicht. Dieser Film bringt nämlich das Schlimmste in mir hervor. Ich komme aus dem Film raus und bin derart aggressiv, dass ich Hasen aus Mettwurst kneten möchte. Alles an diesem Film ist unfassbar unerträglich. Fast alle Witze drehen sich um Sex, Kacke, Fürze und Hoden. Der Rest ist mindestens unterirdisch bescheuert. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Bescheuerte Witze und Kalauer sind für mich wie Luft zum Atmen. Aber dieser Film fühlt sich an, als müsste ich einem der beiden Protagonisten mein Gesicht zwischen die Pobacken halten. Und er hat davor eine sehr große Portion Chili con Carne gegessen. Luft zum Atmen riecht anders. Man kann natürlich jederzeit schreiend aus dem Kino rennen. Aber dann hätte ich ja die einzige Szene verpasst, die dem Film den Gnadenpunkt gerettet hat: Ich war am Ende wirklich überrascht, welches Lied Will Ferrell intoniert hat. Ich hätte ja eher mit einem Fäkal-Ghetto-Rap gerechnet. Und dann kam sowas. Stepbrothers tritt in die Fußstapfen vieler anderer Allround-Desaster aus dem Hause "Apatow Productions". Zum Beispiel Superbad. Das war seinerzeit auch schon g-r-a-u-e-n-h-a-f-t und wurde von diversen Holzmedien hoch gelobt. Eine klassische Lobsudelei zeigt folgendes Beispiel (siehe Seite 3): Superbad: Noch lustiger als "American Pie". Ein Höhepunkt: Ein scharfer Feger menstruiert beim heißen Fetentanz einem der verklemmten Helden aufs Hosenbein. Die schwanzfixierte Pubertätsphantasie bietet neben psychologischer Tiefe aber auch soziale Relevanz: Ein Polizeiauto explodiert. Superspaß. Äh...
Ich könnte wetten, dass die (bezahlten?) Rezensenten auch "Stepbrothers" total toll finden werden. Wegen seiner Gesellschaftskritik. Und so. Schließlich möchten die Jugendlichen von heute nicht erwachsen werden und liegen ihren Eltern bis zum Rentendasein auf der Tasche. Das musste ja mal cineastisch thematisiert werden ohne gleich die Moralkeule zu schwingen. Blabla. Und wenn man Star Wars mag, findet man die Zitate in Stepbrothers natürlich auch sagenhaft. Aber dieser Film ist einfach kacke. Und vom Schönreden stinkt er auch nicht angenehmer. So.
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Dienstag, September 02, 2008
Wort des Tages
KrankenhasseEin absolut unsympathischer, bürokratischer und zu teurer Träger der Krankenversicherung und damit das Gegenteil einer Krankenfairsicherung.
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Montag, September 01, 2008
Wort des Tages
SpamferkelDie kleinen Schweine, die meinen Emailaccount mit unerwünschten Mails vollmüllen und denen ich am liebsten einen Metallspieß in diverse Körperöffnungen stecken würde.
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