Sneak: The Gamer (2/10)

Eine furchtbare Groteske die irgendwie medienkritisch sein wollte. Second Life in Echt (heißt in diesem Film aber passenderweise "Society"). Ja, was wäre das für eine Welt, in der man Killerspiele wörtlich nimmt und sie als TV Spektakel in die Wohnzimmer der Welt bringt? Wahrscheinlich eine, die Running Man schon viel eindrucksvoller beschrieben hat.
Eigentlich hätte ich diesen Film mögen müssen. Die Idee ist faszinierend und hätte bestimmt einen sehr guten Kinofilm abgeben können, wenn die Grundprämisse nicht so völlig absurd umgesetzt worden wäre. Ein Mittel, das die Gehirnzellen kopiert, sie ersetzt und sie empfänglich für Signale macht, so dass das Opfer ferngesteuert wird? Ferngesteuert durch zahlende Kunden wie zum Beispiel einen 17jährigen Digital Native, der Spaß an Ballerspielen hat? Oder, Achtung Klischee, eine attraktive schlanke Blondine wird von einem fetten, ekligen Typen ferngesteuert. Durch irgendwelche nicht näher erklärten technischen Gerätschaften ist es ihm anscheinend auch möglich, ihre Emotionen zu erleben. Aber sowas wie einen USB-Anschluss hatte der Dickwanst nicht an seinem Kopf.
Der Film ist ein einziges Over-Acting. Die Moderatorin nervt am meisten. Alles ist vollkommen überzogen, übertrieben und viel zu bunt aber gleichzeitig ohne jeglichen Anflug von lässiger Ironie. Das war bei Crank noch ganz anders. Und man fragt sich: Warum haben die Macher von Crank bei The Gamer nicht die gleiche (mal mehr mal weniger) subtile Ironie ins Drehbuch einfließen lassen? The Gamer ist ein Blutbad, das ganze logische Ozeanlücken füllt und sich zieht wie ein alter Kaugummi. Dann tanzt auch noch Michael C. Hall (der Dexter-Darsteller. Ich liebe Dexter. Aber diese Rolle hat er sich nicht gut ausgesucht) und der Film gleitet völlig in den Straßengraben des Gaga'ismus ab. Am Ende wird die Weltherrschaft mit einem kurzen Appell an die Moral und mit einem Knopfdruck beendet. Scheint so, als ob die Weltherrschaft nur dem bösen Protagonisten gefallen hätte und der wurde - oh Ironie des Schicksals - mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Seine Lakaien hatten an der Weltherrschaft offenbar kein Interesse. Aha.
Fazit: Ein ganz schlechter Abklatsch von Death Race.


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