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Dienstag, Dezember 15, 2009

Sneak: Beyond a reasonable doubt (4/10)






















Der Film riecht dermaßen nach den 80er Jahren, dass man sich mit seiner Nase schon fast in diversen gealterten Popstars-Achselhöhlen wähnt. Und tatsächlich: Es ist ein Remake. Wer hätte das gedacht? Als ich den Weichzeichner-Look und den Vorspann gesehen habe: ICH!

Das Original wurde behutsam gefaceliftet, sprich: Es wurde nicht gleich brutal in die Jetztzeit geworfen, sondern irgendwo zwischen damals und heute wie ein armer Hund an der Autobahnraststätte ausgesetzt. Das Original stammte ursprünglich aus dem Jahr 1956, der 80er Look scheint also irgendeine Art Kompromiss zu sein. Man fragt sich: Warum? Warum ist das einzige, das den Film "modern" macht, die gelegentliche Existenz von DVDs, Camcordern und digitalen Bildern? Und warum wird in diesem Film das Universum Internet total ausgeblendet? Wer speichert heutzutage denn einen lebenswichtigen Film nur auf einer DVD und nicht noch zusätzlich passwortgeschützt im Internet? Fragen über Fragen, die bei der Modernisierung des Klassikers ein bisschen halbgar geraten sind.
Und warum sieht der Rest des Film aus, wie aus der Mottenkiste geklaut? Zwischendrin habe ich mit meinem Nebensitzer gerätselt, wie viel Geld Michael Douglas bekommen hat, um in diesem Justiz-Skandal-Schinken sein Gesicht zu zeigen. Wahrscheinlich sehr viel. Dann gabs anscheinend kein Budget mehr für den restlichen Film.

Ich finde Filme anstrengend, bei denen man den Akteuren dabei zuschaut, wie sie große Dummheiten begehen, nur weil sie, sagen wir... den Pulitzer Preis gewinnen wollen. Es ist ein bisschen so wie Fremdschämen, nur ohne das Schämen. Man weiß genau, dass das alles nicht so easypeasy ausgehen wird, wie gewünscht, sondern ganz unangenehme Folgen haben kann. Während man als Zuschauer also schon lange das Inferno heraufkommen sieht, schleppt sich der Film behäbig durch die Handlung und lässt mir im Kinosessel genug Zeit zum Augenverdrehen.

Als Rausschmeißer gabs bei diesem Film immerhin einen ganz netten, wenn auch leicht absurden Plottwist.

Und der Abspann war sowas von achtziger. Boah.

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